Prüfmittelfähigkeit · Gage R&R MSA Verfahren 2: %GRR und ndc berechnen
Tragen Sie die Messwerte ein – %GRR, ndc und die Streuungsanteile rechnen sich mit. Ausgewertet wird mit der Varianzanalyse, wie es die Handbücher vorsehen. Ohne Anmeldung, und die Messwerte verlassen Ihren Browser nicht.
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Der Rechner
Der übliche Versuchsplan sind zehn Teile, drei Prüfer, zwei Durchgänge. Weniger geht auch – der Rechner sagt dann dazu, dass die Aussage schwächer wird. Werte aus Excel können Sie in das Raster einfügen: Zeile oder Block, ab der Zelle, in der Sie stehen.
Toleranz oder Gesamtstreuung – die Zahl hängt davon ab
Es gibt zwei %GRR, und beide stimmen. Der eine setzt die Streuung des Messsystems ins Verhältnis zur Toleranz des Merkmals, der andere zur Gesamtstreuung der gemessenen Teile. Das ist keine Feinheit: Wer zehn Teile aus derselben Charge nimmt, bekommt gegen die Gesamtstreuung ein vernichtendes Ergebnis und gegen die Toleranz ein gutes.
Der Rechner nimmt die Toleranz, sobald Sie eine eintragen – sie ist die Frage, die Ihr Kunde stellt. Ohne Toleranz bleibt nur die Gesamtstreuung, und das Ergebnis schreibt dazu, worauf es sich bezieht. Wenn beide Zahlen weit auseinanderliegen, sagt der Rechner es Ihnen: dann füllen die gewählten Teile den Toleranzbereich nicht aus, und das ist ein Fehler im Versuch, nicht im Messmittel.
Was die Zahlen bedeuten
- EV – Wiederholpräzision
- Derselbe Prüfer, dasselbe Teil, zweimal gemessen. Was hier streut, streut im Gerät und in der Aufnahme.
- AV – Vergleichspräzision
- Der Unterschied zwischen den Prüfern. Ist er groß, liegt es fast nie an den Menschen, sondern an einer Anweisung, die Spielraum lässt.
- GRR – beides zusammen
- Der Anteil, den das Messsystem zur Streuung beiträgt. %GRR bis 10 % gilt als fähig, bis 30 % als bedingt fähig, darüber als nicht fähig.
- ndc – unterscheidbare Klassen
- Wie viele Stufen das Messsystem im Streubereich der Teile noch auseinanderhält. Gefordert sind mindestens 5. Darunter lässt sich sortieren, aber nicht messen – und eine Regelkarte wird sinnlos.
- Wechselwirkung Teil × Prüfer
- Manche Prüfer messen bestimmte Teile anders als andere. Der Rechner prüft das mit einem F-Test und rechnet danach das passende Modell. Wird sie nicht gesichert, geht sie in die Wiederholpräzision ein – so machen es die Handbücher, und so rechnet auch die Statistiksoftware Ihres Kunden.
Wie der Versuch aufgebaut wird
- Teile auswählen, die den Toleranzbereich ausfüllen. Zehn Teile aus derselben Charge sind der häufigste Fehler: das Ergebnis misst dann, wie gleich die Teile sind, und nicht, wie gut das Messsystem ist.
- Jedes Teil eindeutig kennzeichnen – aber so, dass der Prüfer die Nummer beim Messen nicht sieht.
- Reihenfolge mischen und die Prüfer einzeln messen lassen. Wer die Teile zweimal in derselben Reihenfolge misst, misst beim zweiten Mal sein Gedächtnis mit.
- Unter den üblichen Bedingungen messen: dieselbe Aufnahme, dieselbe Umgebung, dieselbe Anweisung wie in der Fertigung.
- Nicht nachkorrigieren. Ein Ausreißer, der herausgenommen wird, ist eine Information, die verloren geht – meistens die wichtigste.
Verfahren 1, 2 oder 3?
Verfahren 2 ist die Untersuchung mit Prüfereinfluss. Daneben stehen:
- Verfahren 1 – ein Prüfer misst ein Normal mit bekanntem Richtwert vielfach. Ergebnis: Cg und Cgk, also das Gerät allein.
- Verfahren 3 – wie Verfahren 2, aber ohne Prüfereinfluss: die Maschine misst, ein Mensch legt höchstens ein.
Was welches Verfahren beantwortet, wann welches verlangt wird und woran die Untersuchungen scheitern, steht ausführlich unter Messsystemanalyse: Verfahren 1, 2 und 3.
Woran es im Audit scheitert
- Der Versuchsplan ist unvollständig. Eine fehlende Zelle macht das Ergebnis nicht ungenauer, sondern falsch. Der Rechner hier bricht deshalb ab, statt zu runden.
- Die Untersuchung gilt dem Gerät statt dem Messsystem. Untersucht wird Gerät samt Prüfer, Aufnahme, Verfahren und Umgebung – an einem Merkmal mit einer Toleranz. Dasselbe Messmittel kann in derselben Werkstatt gleichzeitig fähig und nicht fähig sein.
- Kalibrierschein statt Fähigkeit. Die Kalibrierung sagt, ob das Gerät richtig anzeigt. Die MSA sagt, ob die Messung für diese Toleranz taugt. Ein frisch kalibrierter Messschieber ist für ±0,5 mm hervorragend und für ±0,01 mm unbrauchbar, und kein Kalibrierschein der Welt sagt das.
- Die Untersuchung ist von 2019. Sie gehört wiederholt, wenn sich am Messsystem etwas ändert – neues Gerät, neue Aufnahme, neue Leute – und in dem Rhythmus, den der Lenkungsplan festlegt.
Womit hier gerechnet wird
Mit der Varianzanalyse (ANOVA), nicht mit der älteren Spannweitenmethode. Das hat einen Grund, der Sie betrifft: die Varianzanalyse kommt ohne Tabellenkonstanten aus und trennt die Wechselwirkung zwischen Teil und Prüfer sauber ab. Jeder Zwischenschritt lässt sich nachrechnen – Sie müssen uns nicht glauben, und Sie brauchen dafür kein Handbuch zu kaufen.
Der Bezug auf die Toleranz rechnet mit dem sechsfachen Streubereich (99,73 %). Ältere Fassungen der Handbücher rechnen mit 5,15 (99 %). Wer eine Zahl aus einem alten Bericht danebenlegt, vergleicht dann zwei Definitionen und nicht zwei Messsysteme.
Denselben Rechenweg benutzt auch die Anwendung von Kalibrat; ein Test lässt beide Fassungen über dieselben Daten laufen und vergleicht sie. Zwei Antworten auf dieselbe Frage wären für Sie schlimmer als keine.
Gilt das für uns?
Ja – wenn Ihr Kunde nach IATF 16949 fordert, dass die Messsysteme im Produktionslenkungsplan statistisch untersucht werden. In der Automobilkette ist das der Regelfall, und dann ist Verfahren 2 die übliche Antwort für alles, was ein Mensch misst.
Nicht, wenn Sie nur nach ISO 9001 zertifiziert sind. Die verlangt rückführbare Messmittel und geeignete Überwachung (Abschnitt 7.1.5), aber keine Messsystemanalyse. Wer Ihnen für ISO 9001 eine MSA-Pflicht verkauft, verkauft Ihnen etwas. Sinnvoll ist sie trotzdem überall dort, wo eine enge Toleranz gemessen wird – nur eben freiwillig.
Quellen: IATF 16949 Abschnitt 7.1.5.1.1 (statistische Untersuchungen für Messsysteme im Lenkungsplan). Rechenweg und Grenzwerte folgen AIAG MSA und VDA Band 5. Beide Handbücher sind kostenpflichtig; wir zitieren sie nicht wörtlich und geben keine Abschnittsnummern daraus an. Die genannten Grenzen (10 %, 30 %, ndc ≥ 5) sind die üblichen Empfehlungen – verbindlich ist, was in Ihrem Lastenheft steht. Keine Rechtsberatung und keine Zusage im Sinne einer Freigabe.
Wenn die Untersuchung wiederkehren soll
Wann Verfahren 2 zu wiederholen ist, sagt Ihr Produktionslenkungsplan – nicht das Gesetz und nicht wir. Deshalb steht hier keine Erinnerung per E-Mail: wir wüssten den Termin gar nicht. Wer wiederkehrende Untersuchungen samt Fristen, Ergebnissen und Nachweisen an einem Ort führen will, findet das in Kalibrat – zusammen mit den Kalibrierintervallen der Messmittel, die dabei benutzt werden.
Fragen zu MSA Verfahren 2
Wie viele Teile, Prüfer und Durchgänge braucht Verfahren 2?
Üblich sind zehn Teile, drei Prüfer und zwei Durchgänge – also 60 Messungen. Weniger ist keine Fälschung, sondern eine schwächere Aussage; der Rechner schreibt es dann in die Hinweise. Weniger als zwei Prüfer ist kein Verfahren 2 mehr, sondern Verfahren 3.
Ab welchem %GRR ist ein Messsystem fähig?
Üblich: bis 10 % fähig, bis 30 % bedingt fähig, darüber nicht fähig. Diese Grenzen sind Empfehlungen aus den Handbüchern und keine Rechtsnorm – verbindlich ist, was Ihr Kunde im Lastenheft fordert. Im mittleren Bereich entscheidet ohnehin er, meist abhängig von der Bedeutung des Merkmals.
Was ist ndc und warum mindestens 5?
Die Zahl der Klassen, die das Messsystem im Streubereich der Teile noch unterscheiden kann. Unter fünf reicht es zum Sortieren in gut und schlecht, aber nicht mehr zum Messen: eine Regelkarte zeigt dann die Auflösung des Messsystems und nicht den Prozess.
Ersetzt die MSA die Kalibrierung?
Nein, sie beantwortet eine andere Frage. Die Kalibrierung sagt, ob das Gerät richtig anzeigt; die MSA sagt, ob die Messung für diese Toleranz taugt. Gefordert werden beide, und die MSA setzt ein kalibriertes Gerät voraus. Prüffristen und Kalibrierintervalle →
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